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Wir sind die Erfurter Augustiner

Jede Woche in Regler

Sonntag
9:30 Uhr
Evangelischer Gemeindegottesdienst
parallel Kindergottesdienst
13:00 Uhr
Heilige Messe
Augustiner
21:00 Uhr
Abendgebet (Komplet)
Montag - Freitag
12:00 Uhr
Ökumenisches Mittagsgebet & Musik
Montag & Mittwoch bis Samstag
19:00 Uhr
Heilige Messe
Augustiner
Dienstag
19:30 Uhr
Ökumenischer Bibelkreis
im Augustinus-Raum (Gemeindehaus)

Was wir tun

Jahresprogramm

Hier finden Sie alle besonderen Veranstaltungen, die wir rund ums Jahr anbieten.

Seelsorge

Mit uns können Sie reden! Wir sind für Sie da für Seelsorge und Beratung, geistliche Begleitung und Beichtgespräche.

Blog

Hier zeigen wir Ihnen, was bei unseren letzten Veranstaltungen los war. Egal, ob Sie nur neugierig sind, oder selbst dabei waren - schauen Sie mal rein!

Füreinander beten

Gerne beten wir für Sie und Ihre Anliegen. Sie möchten, dass wir in der Kirche für Sie oder für jemand, der Ihnen nahe steht, eine Kerze anzünden? Wir sollen ein besonderes Anliegen mit ins Fürbittgebet aufnehmen? Sie möchten, dass wir eine Messe in ihrem Anliegen feiern?

Jahresprogramm

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Seelsorge

Mit uns können Sie reden! Wir sind für Sie da für Seelsorge und Beratung, geistliche Begleitung und Beichtgespräche.

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Füreinander beten

Gerne beten wir für Sie und Ihre Anliegen. Sie möchten, dass wir in der Kirche für Sie oder für jemand, der Ihnen nahe steht, eine Kerze anzünden? Wir sollen ein besonderes Anliegen mit ins Fürbittgebet aufnehmen? Sie möchten, dass wir eine Messe in ihrem Anliegen feiern?

Geschichte der Augustiner in Erfurt

Die Gründung des
Augustiner-Ordens

"Ordo Sancti Augustini"

Auf Initiative des Papstes wurde 1244 der Augustiner-Orden als vierter großer Bettelorden in Siena gegründet. Kardinal Richard Annibaldi sollte eine Union bereits bestehender Eremiten-Gruppen zu einem großen Orden durchsetzen. Dabei musste er wohl ziemlich Druck ausüben, damit die Einsiedler sich auf dieses Experiment überhaupt einließen: ihre Einsamkeit zu verlassen und Seelsorger in den stark wachsenden Städten zu werden. Augustinus als „Ordensvater“ inspirierte die Brüder des neuen Ordens von Anfang an und war die Integrationsfigur dieser teilweise sehr unterschiedlichen Gründungsgemeinschaften.

Man kann deshalb von einem doppelten Ursprung des Ordens reden: die eine Wurzel liegt im klösterlichen Leben Augustins und seiner Regel, die andere in den Eremiten der Toscana. Bis 1963 trugen die Augustiner offiziell den Namen „Orden der Eremiten des hl. Augustinus“ oder „Augustiner-Eremiten“ (OESA).
Das Experiment gedieh so gut, dass Kardinal Annibaldi 12 Jahre später (1256) den Orden in Santa Maria del Popolo (Rom) als internationalen Orden noch einmal neu aufstellte.

Bereits im selben Jahr gab es auch erste Augustinerklöster in Deutschland. Ende 1258 siedelten sich Augustiner in Gotha an. Von dort aus versuchten sie 1266 die Gründung eines Konventes in Erfurt, wurden jedoch 1273 wieder aus der Stadt vertrieben. Erst die Bildung einer Bruderschaft - einer "Personalgemeinde" - gab einer neuerlichen Gründung 1276 Bestand.

Das Kloster entwickelte sich schnell zu einem Zentrum der Seelsorge und der Wissenschaften. Wegen der Präsenz mehrerer Orden mit angeschlossenem Generalstudium konnte Erfurt 1389 als fünfte Universität in Deutschland begründet werden. Ihre Wurzeln gehen aber bereits in das 13. Jahrhundert zurück.

Im Jahre 1505 trat der junge Mansfelder Martin Luther in das Augustinerkloster zu Erfurt ein.

„Heilige Anna, hilf,
ich will ein Mönch werden!“

Ob wirklich ein Blitz in einem furchtbaren Gewitter vor Stotternheim am 2. Juli 1505 Luther den Gedanken des Klosterlebens einbrannte? Oder steckt hinter dem „Gelübde in höchster Not“ letztlich die Angst vor der vom Vater arrangierten Hochzeit?

Die Faktenlage: 1501 immatrikuliert sich der junge Martin als Student der „sieben freien Künste“ an der Universität Erfurt. Unterkunft findet er in der Georgenburse. Der straffe Tagesrhythmus sieht selbstverständlich täglich den Besuch der Messe in der nahegelegenen Nikolaikirche vor, der Kirche des Deutschen Ordens. Priester jedoch ist sehr oft ein Mönch des benachbarten Augustinerklosters. Luther trifft also ab seinem ersten Tag in Erfurt fast täglich einen Augustiner.

Nehmen wir an, er hätte wenigstens sonntags eine andere Kirche in Erfurt besucht. Auch dann wäre die Chance nicht gering gewesen, wieder einen Augustiner vor sich zu haben. Denn sie waren in diesen Jahren die Prediger der Stadt und genossen einen sehr guten Ruf.

Noch etwas dürfte Martin Luther an den Augustinern gereizt haben: Das Erfurter Kloster stellte den Novizen eine eigene Bibel zur Verfügung. Das war im ausgehenden Mittelalter alles andere als selbstverständlich!

Am 17. Juli 1505 bittet Martin Luther den Erfurter Augustinerkonvent um Aufnahme. Der gehörte zur „Reformkongregation“, dem Verbund derjenigen Klöster, die sich strikt an die Ordensregel gebunden wussten. 1508 sind hier 52 Mönche bezeugt. Schon seit dem 14. Jahrhundert konnten hier junge Brüder aus ganz Mitteleuropa ihre theologische Ausbildung absolvieren. 1516 wurde zudem das große Bibliotheksgebäude fertiggestellt. Das Erfurter Kloster war ein Hort des Wissens und der praktischen Theologie.

Oberer der Reformkongregation war Generalvikar Johann von Staupitz, der Luthers Lehrer, Förderer und väterlicher Freund wurde. Mit Unterbrechungen gehörte Luther bis zum Jahr 1511 dem Erfurter Konvent an.

Reformation und Neubeginn

Neue Seiten der Ökumene:
evangelisch und katholisch
unter einem Dach

Selbstbewusst und ohne Druck von außen wagen wir hier in Regler Ökumene auf Augenhöhe. Wir haben ein vertrauensvolles Miteinander entwickelt und öffnen uns füreinander. Wir erkennen darin den Willen Jesu Christi, der im Abendmahlsaal für die Seinen betet, dass alle eins seien (vgl. Joh 17,21-23). Begonnen hatte alles damit, dass drei Augustiner 2013 eine Wohnung im Gemeindehaus bezogen. Dachte man anfangs an eine Übergangszeit, stellten Augustiner und Reglergemeinde in ihren Begegnungen fest: Wir passen zueinander! Wieso also nicht mehr miteinander tun?

Ausgerechnet zu Beginn des Reformations-Gedenkjahres 2016/17 ging der Gemeindekirchenrat von Regler mit einem konkreten Angebot auf den Augustinerkonvent zu und öffnete den Brüdern und ihren Freunden die Türen. Schnell wurde man sich einig. Am 1. Advent 2016 überreichte Ulrich Oelze, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, die Schlüssel in einem bewegenden Gottesdienst. Zwei Konfessionen nutzen seither sowohl die Kirche als auch das Gemeindehaus gemeinsam. Alle bleiben in ihrer jeweiligen Konfession beheimatet. Nichts soll vermischt werden. Aber als Christen wollen wir miteinander auf den einen HERRN hören und aus Seinem Geist heraus handeln.

Dr. Ulrich Neymeyr, der Bischof des Bistums Erfurt, dankte in einem Brief der Reglergemeinde für die Gastfreundschaft. Er sieht darin „ein schönes und beeindruckendes Zeichen des ökumenischen Miteinanders“ und äußerte die Hoffnung, dass beide Gemeinden einander bereichern mögen. Landesbischöfin Ilse Junkermann begrüßte die Kooperation ebenfalls in einem Brief: „Ich freue mich sehr, dass Sie diesen ökumenischen Weg gehen.“

Neben den regelmäßigen Gottesdiensten der beiden Gemeinden gibt es eine Reihe gemeinsamer Termine: etwa das Mittagsgebet an jedem Werktag, ein gemeinsames Jahresprogramm mit kulturellen, theologischen und seelsorglichen Angeboten, die gemeinsame Jahreswallfahrt, einen Augustinus-Lesekreis, einen ökumenischen Bibelkreis...

2017 wurde erstmals seit fast 500 Jahren wieder eine katholische Osternacht in der Reglerkirche gefeiert. Das Licht der gemeinsamen Osterkerze, das Symbol Christi, leuchtet seither beiden Gemeinden in ihren Gottesdiensten.

Auf Initiative des Papstes wurde 1244 der Augustiner-Orden als vierter großer Bettelorden in Siena gegründet. Kardinal Richard Annibaldi sollte eine Union bereits bestehender Eremiten-Gruppen zu einem großen Orden durchsetzen. Dabei musste er wohl ziemlich Druck ausüben, damit die Einsiedler sich auf dieses Experiment überhaupt einließen: ihre Einsamkeit zu verlassen und Seelsorger in den stark wachsenden Städten zu werden. Augustinus als „Ordensvater“ inspirierte die Brüder des neuen Ordens von Anfang an und war die Integrationsfigur dieser teilweise sehr unterschiedlichen Gründungsgemeinschaften.

Man kann deshalb von einem doppelten Ursprung des Ordens reden: die eine Wurzel liegt im klösterlichen Leben Augustins und seiner Regel, die andere in den Eremiten der Toscana. Bis 1963 trugen die Augustiner offiziell den Namen „Orden der Eremiten des hl. Augustinus“ oder „Augustiner-Eremiten“ (OESA).
Das Experiment gedieh so gut, dass Kardinal Annibaldi 12 Jahre später (1256) den Orden in Santa Maria del Popolo (Rom) als internationalen Orden noch einmal neu aufstellte.

Bereits im selben Jahr gab es auch erste Augustinerklöster in Deutschland. Ende 1258 siedelten sich Augustiner in Gotha an. Von dort aus versuchten sie 1266 die Gründung eines Konventes in Erfurt, wurden jedoch 1273 wieder aus der Stadt vertrieben. Erst die Bildung einer Bruderschaft - einer "Personalgemeinde" - gab einer neuerlichen Gründung 1276 Bestand.

Das Kloster entwickelte sich schnell zu einem Zentrum der Seelsorge und der Wissenschaften. Wegen der Präsenz mehrerer Orden mit angeschlossenem Generalstudium konnte Erfurt 1389 als fünfte Universität in Deutschland begründet werden. Ihre Wurzeln gehen aber bereits in das 13. Jahrhundert zurück.

Im Jahre 1505 trat der junge Mansfelder Martin Luther in das Augustinerkloster zu Erfurt ein.

Die Gründung des
Augustiner-Ordens

"Ordo Sancti Augustini"

„Heilige Anna, hilf,
ich will ein Mönch werden!“

Ob wirklich ein Blitz in einem furchtbaren Gewitter vor Stotternheim am 2. Juli 1505 Luther den Gedanken des Klosterlebens einbrannte? Oder steckt hinter dem „Gelübde in höchster Not“ letztlich die Angst vor der vom Vater arrangierten Hochzeit?

Die Faktenlage: 1501 immatrikuliert sich der junge Martin als Student der „sieben freien Künste“ an der Universität Erfurt. Unterkunft findet er in der Georgenburse. Der straffe Tagesrhythmus sieht selbstverständlich täglich den Besuch der Messe in der nahegelegenen Nikolaikirche vor, der Kirche des Deutschen Ordens. Priester jedoch ist sehr oft ein Mönch des benachbarten Augustinerklosters. Luther trifft also ab seinem ersten Tag in Erfurt fast täglich einen Augustiner.

Nehmen wir an, er hätte wenigstens sonntags eine andere Kirche in Erfurt besucht. Auch dann wäre die Chance nicht gering gewesen, wieder einen Augustiner vor sich zu haben. Denn sie waren in diesen Jahren die Prediger der Stadt und genossen einen sehr guten Ruf.

Noch etwas dürfte Martin Luther an den Augustinern gereizt haben: Das Erfurter Kloster stellte den Novizen eine eigene Bibel zur Verfügung. Das war im ausgehenden Mittelalter alles andere als selbstverständlich!

Am 17. Juli 1505 bittet Martin Luther den Erfurter Augustinerkonvent um Aufnahme. Der gehörte zur „Reformkongregation“, dem Verbund derjenigen Klöster, die sich strikt an die Ordensregel gebunden wussten. 1508 sind hier 52 Mönche bezeugt. Schon seit dem 14. Jahrhundert konnten hier junge Brüder aus ganz Mitteleuropa ihre theologische Ausbildung absolvieren. 1516 wurde zudem das große Bibliotheksgebäude fertiggestellt. Das Erfurter Kloster war ein Hort des Wissens und der praktischen Theologie.

Oberer der Reformkongregation war Generalvikar Johann von Staupitz, der Luthers Lehrer, Förderer und väterlicher Freund wurde. Mit Unterbrechungen gehörte Luther bis zum Jahr 1511 dem Erfurter Konvent an.

Reformation und Neubeginn

Neue Seiten in der Ökumene:
evangelisch und katholisch
unter einem Dach

Selbstbewusst und ohne Druck von außen wagen wir hier in Regler Ökumene auf Augenhöhe. Wir haben ein vertrauensvolles Miteinander entwickelt und öffnen uns füreinander. Wir erkennen darin den Willen Jesu Christi, der im Abendmahlsaal für die Seinen betet, dass alle eins seien (vgl. Joh 17,21-23). Begonnen hatte alles damit, dass drei Augustiner 2013 eine Wohnung im Gemeindehaus bezogen. Dachte man anfangs an eine Übergangszeit, stellten Augustiner und Reglergemeinde in ihren Begegnungen fest: Wir passen zueinander! Wieso also nicht mehr miteinander tun?

Ausgerechnet zu Beginn des Reformations-Gedenkjahres 2016/17 ging der Gemeindekirchenrat von Regler mit einem konkreten Angebot auf den Augustinerkonvent zu und öffnete den Brüdern und ihren Freunden die Türen. Schnell wurde man sich einig. Am 1. Advent 2016 überreichte Ulrich Oelze, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, die Schlüssel in einem bewegenden Gottesdienst. Zwei Konfessionen nutzen seither sowohl die Kirche als auch das Gemeindehaus gemeinsam. Alle bleiben in ihrer jeweiligen Konfession beheimatet. Nichts soll vermischt werden. Aber als Christen wollen wir miteinander auf den einen HERRN hören und aus Seinem Geist heraus handeln.

Dr. Ulrich Neymeyr, der Bischof des Bistums Erfurt, dankte in einem Brief der Reglergemeinde für die Gastfreundschaft. Er sieht darin „ein schönes und beeindruckendes Zeichen des ökumenischen Miteinanders“ und äußerte die Hoffnung, dass beide Gemeinden einander bereichern mögen. Landesbischöfin Ilse Junkermann begrüßte die Kooperation ebenfalls in einem Brief: „Ich freue mich sehr, dass Sie diesen ökumenischen Weg gehen.“

Neben den regelmäßigen Gottesdiensten der beiden Gemeinden gibt es eine Reihe gemeinsamer Termine: etwa das Mittagsgebet an jedem Werktag, ein gemeinsames Jahresprogramm mit kulturellen, theologischen und seelsorglichen Angeboten, die gemeinsame Jahreswallfahrt, einen Augustinus-Lesekreis, einen ökumenischen Bibelkreis...

2017 wurde erstmals seit fast 500 Jahren wieder eine katholische Osternacht in der Reglerkirche gefeiert. Das Licht der gemeinsamen Osterkerze, das Symbol Christi, leuchtet seither beiden Gemeinden in ihren Gottesdiensten.

Die Gründung des
Augustiner-Ordens

"Ordo Sancti Augustini"

Auf Initiative des Papstes wurde 1244 der Augustiner-Orden als vierter großer Bettelorden in Siena gegründet. Kardinal Richard Annibaldi sollte eine Union bereits bestehender Eremiten-Gruppen zu einem großen Orden durchsetzen. Dabei musste er wohl ziemlich Druck ausüben, damit die Einsiedler sich auf dieses Experiment überhaupt einließen: ihre Einsamkeit zu verlassen und Seelsorger in den stark wachsenden Städten zu werden. Augustinus als „Ordensvater“ inspirierte die Brüder des neuen Ordens von Anfang an und war die Integrationsfigur dieser teilweise sehr unterschiedlichen Gründungsgemeinschaften.

Man kann deshalb von einem doppelten Ursprung des Ordens reden: die eine Wurzel liegt im klösterlichen Leben Augustins und seiner Regel, die andere in den Eremiten der Toscana. Bis 1963 trugen die Augustiner offiziell den Namen „Orden der Eremiten des hl. Augustinus“ oder „Augustiner-Eremiten“ (OESA).
Das Experiment gedieh so gut, dass Kardinal Annibaldi 12 Jahre später (1256) den Orden in Santa Maria del Popolo (Rom) als internationalen Orden noch einmal neu aufstellte.

Bereits im selben Jahr gab es auch erste Augustinerklöster in Deutschland. Ende 1258 siedelten sich Augustiner in Gotha an. Von dort aus versuchten sie 1266 die Gründung eines Konventes in Erfurt, wurden jedoch 1273 wieder aus der Stadt vertrieben. Erst die Bildung einer Bruderschaft - einer "Personalgemeinde" - gab einer neuerlichen Gründung 1276 Bestand.

Das Kloster entwickelte sich schnell zu einem Zentrum der Seelsorge und der Wissenschaften. Wegen der Präsenz mehrerer Orden mit angeschlossenem Generalstudium konnte Erfurt 1389 als fünfte Universität in Deutschland begründet werden. Ihre Wurzeln gehen aber bereits in das 13. Jahrhundert zurück.

Im Jahre 1505 trat der junge Mansfelder Martin Luther in das Augustinerkloster zu Erfurt ein.

„Heilige Anna, hilf,
ich will ein Mönch werden!“

Ob wirklich ein Blitz in einem furchtbaren Gewitter vor Stotternheim am 2. Juli 1505 Luther den Gedanken des Klosterlebens einbrannte? Oder steckt hinter dem „Gelübde in höchster Not“ letztlich die Angst vor der vom Vater arrangierten Hochzeit?

Die Faktenlage: 1501 immatrikuliert sich der junge Martin als Student der „sieben freien Künste“ an der Universität Erfurt. Unterkunft findet er in der Georgenburse. Der straffe Tagesrhythmus sieht selbstverständlich täglich den Besuch der Messe in der nahegelegenen Nikolaikirche vor, der Kirche des Deutschen Ordens. Priester jedoch ist sehr oft ein Mönch des benachbarten Augustinerklosters. Luther trifft also ab seinem ersten Tag in Erfurt fast täglich einen Augustiner.

Nehmen wir an, er hätte wenigstens sonntags eine andere Kirche in Erfurt besucht. Auch dann wäre die Chance nicht gering gewesen, wieder einen Augustiner vor sich zu haben. Denn sie waren in diesen Jahren die Prediger der Stadt und genossen einen sehr guten Ruf.

Noch etwas dürfte Martin Luther an den Augustinern gereizt haben: Das Erfurter Kloster stellte den Novizen eine eigene Bibel zur Verfügung. Das war im ausgehenden Mittelalter alles andere als selbstverständlich!

Am 17. Juli 1505 bittet Martin Luther den Erfurter Augustinerkonvent um Aufnahme. Der gehörte zur „Reformkongregation“, dem Verbund derjenigen Klöster, die sich strikt an die Ordensregel gebunden wussten. 1508 sind hier 52 Mönche bezeugt. Schon seit dem 14. Jahrhundert konnten hier junge Brüder aus ganz Mitteleuropa ihre theologische Ausbildung absolvieren. 1516 wurde zudem das große Bibliotheksgebäude fertiggestellt. Das Erfurter Kloster war ein Hort des Wissens und der praktischen Theologie.

Oberer der Reformkongregation war Generalvikar Johann von Staupitz, der Luthers Lehrer, Förderer und väterlicher Freund wurde. Mit Unterbrechungen gehörte Luther bis zum Jahr 1511 dem Erfurter Konvent an.

Reformation und Neubeginn

Neue Seiten der Ökumene:
evangelisch und katholisch
unter einem Dach

Selbstbewusst und ohne Druck von außen wagen wir hier in Regler Ökumene auf Augenhöhe. Wir haben ein vertrauensvolles Miteinander entwickelt und öffnen uns füreinander. Wir erkennen darin den Willen Jesu Christi, der im Abendmahlsaal für die Seinen betet, dass alle eins seien (vgl. Joh 17,21-23). Begonnen hatte alles damit, dass drei Augustiner 2013 eine Wohnung im Gemeindehaus bezogen. Dachte man anfangs an eine Übergangszeit, stellten Augustiner und Reglergemeinde in ihren Begegnungen fest: Wir passen zueinander! Wieso also nicht mehr miteinander tun?

Ausgerechnet zu Beginn des Reformations-Gedenkjahres 2016/17 ging der Gemeindekirchenrat von Regler mit einem konkreten Angebot auf den Augustinerkonvent zu und öffnete den Brüdern und ihren Freunden die Türen. Schnell wurde man sich einig. Am 1. Advent 2016 überreichte Ulrich Oelze, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, die Schlüssel in einem bewegenden Gottesdienst. Zwei Konfessionen nutzen seither sowohl die Kirche als auch das Gemeindehaus gemeinsam. Alle bleiben in ihrer jeweiligen Konfession beheimatet. Nichts soll vermischt werden. Aber als Christen wollen wir miteinander auf den einen HERRN hören und aus Seinem Geist heraus handeln.

Dr. Ulrich Neymeyr, der Bischof des Bistums Erfurt, dankte in einem Brief der Reglergemeinde für die Gastfreundschaft. Er sieht darin „ein schönes und beeindruckendes Zeichen des ökumenischen Miteinanders“ und äußerte die Hoffnung, dass beide Gemeinden einander bereichern mögen. Landesbischöfin Ilse Junkermann begrüßte die Kooperation ebenfalls in einem Brief: „Ich freue mich sehr, dass Sie diesen ökumenischen Weg gehen.“

Neben den regelmäßigen Gottesdiensten der beiden Gemeinden gibt es eine Reihe gemeinsamer Termine: etwa das Mittagsgebet an jedem Werktag, ein gemeinsames Jahresprogramm mit kulturellen, theologischen und seelsorglichen Angeboten, die gemeinsame Jahreswallfahrt, einen Augustinus-Lesekreis, einen ökumenischen Bibelkreis...

2017 wurde erstmals seit fast 500 Jahren wieder eine katholische Osternacht in der Reglerkirche gefeiert. Das Licht der gemeinsamen Osterkerze, das Symbol Christi, leuchtet seither beiden Gemeinden in ihren Gottesdiensten.