25

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June

2022

492. Jahrestag der "Confessio Augustana" (Augsburger Bekenntnis)

Bruder Jeremias OSA

Fürchtet euch nicht, euch vor den Menschen zu mir zu bekennen“, so ermutigt uns Jesus Christus. Am vergangenen Wochenende machten wir uns bewusst, dass wir als Christen zum selben "Haushalt Gottes" gehören. Das bedeutet ja das Wort „Ökumene“ eigentlich. Längst ist es doch so, dass wir uns gemeinsam zu Christus bekennen (müssen), gerade auch in einer Welt, die immer weniger von IHM weiß oder gar wissen will. Die Art und Weise, wie wir IHN verehren, mag etliche Unterschiede ausweisen. Dennoch verbinden uns die eine Taufe und das gemeinsame Bekenntnis zu Christus, dem Sohn Gottes.

Am 25. Juni 1530 legten die Evangelischen auf dem Reichstag zu Augsburg dem Kaiser ihr Bekenntnis vor. Melanchthon gelang damals ein Dokument, das, wenn auch nicht alle, so doch die meisten Protestanten einte. In den wichtigsten Punkten stimmen wir Katholiken mit ihnen überein. Das darf für uns Grund zur Freude sein. Deshalb beschäftigten wir uns an diesem Wochenende mit diesem historischen Ereignis und feierten es – gerade mit Blick auf das Jubiläum 2030 – als Dokument des gemeinsamen Glaubens.

Im Evangelischen Abendmahlsgottesdienst am Samstag Abend, dem Pfarrer Martin Möslein vorstand, sang eine Schola aus der Reglergemeinde unter der Leitung von Kantor i.R. Johannes Häußler.

Im Anschluss an den Gottesdienst gabe es im Garten noch einer Runde am Feuer. Dabei wurde ein Vortrag von Pastorin Sigrun Pabel verlesen, der die Umstände der Entstehung der CA beleuchtete. Wegen Krankheit der Autorin las Br. Jeremias den Text.

24

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June

2022

Herz-Jesu-Fest (& Johannes der Täufer)

Bruder Jeremias OSA

Das Hochfest der Geburt Johannes des Täufers wurde in diesem Jahr etwas verdrängt durch das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Und so wurde auch dadurch deutlich, dass der Täufer von sich weg auf den zeigt, auf den es tatsächlich ankommt: „Seht, das Lamm Gottes!

Johannes sagt: „Christus muss wachsen, ich aber ab­neh­men!“ Lassen auch wir Christus in uns Raum greifen: Er möge wachsen, in uns und in unserer Gemeinde, damit wir mehr und mehr SEIN Leib werden.

Mit einem schönen Gottesdienst, den Sabine Lindner musikalisch gestaltete, und anschließend einer Gesprächsrunde im Kirchhof konnten wir an einem angenehm warmen Sommerabend beide Feste angemessen feiern.

23

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May

2022

Ritafest 2022

Bruder Jeremias OSA

Fest der hl. Rita von Cascia

Bereits eine kleine Tradition hat das Fest der hl. Augustinerin Rita bei den Erfurter Augustinern. 80 Rosen wurden gesegnet. Bruder Jeremias erzählte aus dem Leben der Heiligen, Sabine Lindner hatte trug u.a. einen von ihr verfassten Hymnus mit Harfenbegleitung vor.

17

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May

2022

Silbernes Priesterjubiläum von Br. Jeremias

Bruder Jeremias OSA

Silbernes Priesterjubiläum von Br. Jeremias

Am Fest der Freunde Augustins – Alypius und Possidius (16.05.) – feierte Br. Jeremias in der Brunnenkirche sein Silbernes Priesterjubiläum (egtl. 17.05.). Die Gemeinde überraschte ihn mit einem Projektchor, der den Gottesdienst gestaltete. Steffi Krause sprach dem Jubilar die Glückwünsche aus, überreichte ein Präsent und segnete Br. Jeremias.

Trotz des Werktages war die Brunnenkirche ziemlich gefüllt. Aus Würzburg war P. Alfons angereist, der Provinzvikar der Augustiner. Tags darauf besuchten außerdem P. Wilfried aus Münnerstadt und die Ritaschwester Julietta den Jubilar. Die Augustinus-Bruderschaft war mit Annette Winter vertreten, am folgenden Wochenende kamen sechs weitere Schwestern und Brüder nach Erfurt.

Feier des Silberjubiläums in der Brunnenkirche

Am Himmelfahrtstag hatte Bischof Ulrich Neymeyr Br. Jeremias zur Konzelebration bei der Männerwallfahrt am Klüschen Hagis einge­laden. Etwa 3000 Menschen waren dorthin gekommen. Br. Jeremias setzte anschließend mit einer Gruppe von 16 Leuten aus unserer Ge­meinde den Pilgertag fort mit einem Besuch auf dem Hülfensberg, wo Br. Otmar von den Franziskanern die Gruppe herzlich begrüßte.

Konzelebration der Erfurter Bischöfe mit dem Jubilar bei der Männerwallfahrt am Himmelfahrtstag am Klüschen Hagis.
Br. Jeremias mit Br. Ottmar von den Franziskanern auf dem Hülfensberg - und vor dem Altar des "Gehülfen".

13

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April

2022

Gründonnerstag 2022

Bruder Jeremias OSA

Eröffnungsvers (vgl. Gal 6, 14) & Einleitung

Wir rühmen uns des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus. In ihm ist uns Heil geworden und Auferstehung und Leben. Durch ihn sind wir erlöst und befreit.

Jesus Christus, der uns an seinen Tisch lädt, sei mit euch!

Der Weg in die Freiheit beginnt mit einer Stärkung. Das Volk des Alten Bundes starten den Auszug aus Ägypten ins gelobte Land mit dem Pascha-Mahl. Alljährlich gedenken die Juden weltweit dieser Rettungstat Gottes an ihnen – so auch in diesen Tagen.

Der Weg in die Freiheit beginnt mit einer Stärkung. Es war wohl dieses Pascha-Mahl, das Jesus am „Tag der ungesäuerten Brote“ mit seinen Jüngern feierte. Aber am heutigen Abend wird die Befreiung durch Gott durch etwas Neues überboten. Gott befreit nicht nur aus der Sklaverei Ägyptens, er befreit uns aus den Fallstricken der Sünde, die wir uns selber auslegen.

Machen wir uns auf, dem HERRN an diesem heiligen Triduum, an diesem „Heiligen Drei-Ein-Tag“, wie Augustinus es formuliert, zu folgen. Gehen wir mit ihm: Heute stärkt er uns mit dem Brot des Lebens, das er selber ist. Wachen wir heute mit ihm in Getsemani. Gedenken wir morgen seines Todes am Kreuz. Dann erfahren wir am Ostermorgen auch das Licht des neuen Tages, ja der neuen Zeit, die mit Christus anbricht. Jetzt sind wir noch Sklaven – künftig aber lasst uns als freie Menschen leben!

Seine Gegenwart in unserer Mitte möge uns jetzt berühren. Er führe uns voll Erbarmen hinaus in seine Weite!

Quadrolog (Impulse)

Jesus – Abba, mein Vater (Uta Altmann)

Sie wissen es noch nicht, wie wenig Zeit mir bleibt. Sie wissen es noch nicht, dass heute Nacht meine Antwort gebraucht wird.

Die Zwölf sind den den ganzen Weg nach Jerusalem mit mir gegangen. Ich habe ihnen gesagt, dass der Menschensohn ausgeliefert wird und vor die Gerichte kommt. Ich habe sie mit meinem Freund Lazarus bekannt gemacht. Immer wieder habe ich gesagt, „wer mich sieht, sieht den Vater“ und ich habe Dich nicht als Sieger hingestellt.

Doch dann sind die Jerusalemer mit Palmzweigen gekommen und haben mir zugejubelt. Das hat sie beruhigt.
Wie sollen sie verstehen, dass das heute das letzte Mal ist, wo wir alle zusammen sind? Was mute ich ihnen zu? Ich habe sie lieb gewonnen, jeden für sich - alle- auch Judas. Aber er ist der, der mich am wenigsten versteht. Seine Entscheidung ist schon gefallen.

Ach, ich möchte in die Knie gehen, ihnen zeigen, dass ich nur Diener bin und kein Eroberer.
Füße waschen wäre so ein Zeichen, statt Häupter salben. Sie haben noch so weite Wege vor sich. Ich möchte, dass sie einen Moment ausruhen.
Jerusalem feiert bald das Pessach-Fest. Sie feiern „ Vorübergang“, feiern den Auszug.

Aber jetzt ist Zeit für mehr, Zeit für den Eintritt. Nehmt mich auf in Euer Innerstes, füllt es ganz mit mir und vergesst es nie: von jetztan werde ich Eure Wegzehrung sein auf dem Weg zum Reich Gottes. Wie es aussieht, dieses Reich meines Vaters,  habe ich Euch in vielen Bildern beschrieben. –

Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz..., denn stark, wie der Tod ist die Liebe...“ So habt ihr es im Hohen Lied gelesen. Es ist Zeit der Erfüllung.


Petrus (Steffi Krause)

Alle sind versammelt, der Tisch ist bereitet. Nach der Reise hierher nach Jerusalem waren einige von uns sehr müde. Auch ich. Aber wir freuten uns doch auf den Abend mit Jesus. Wir haben zusammen gegessen, aber so haben wir es noch nie getan. Ich verstehe nicht, was er mit diesenWorten zu Brot und Wein sagen will. Ich weiß nicht, was das zubedeuten hat.

Nachdem Mahl ist er aufgestanden. Er legte sein Obergewand ab und holte den Wasserkrug. Er begann, dem Ersten von uns die Füße zu waschen. Was tat er denn da? Hatte er die Sonne nicht vertragen? Er wusch einem nach dem anderen die Füße. Dann war ich dran. Ich, Petrus, ich will das nicht. Er ist mein Herr. Das kann ich nicht zulassen. Ich sagte: „Herr, du sollst mir nicht die Füße waschen. Lass mich deine Füße waschen. Ich diene Dir!“ Er entgegnete mir: „Simon Petrus, setz dich. Du verstehst noch nicht, was ich tue. Aber bald wirst du es verstehen.“

Das Verhalten kommt uns allen ein bisschen komisch vor. Niemand ist sich sicher, was das alles zu bedeuten hat. Alle haben miteinander getuscheln und gerätselt, was das soll. Gut - wir sind schon eine Menge von ihm gewöhnt, aber heute Abend ... Ich weiß nicht

Ich war dann mit ihm und zwei anderen Jüngern im Garten Gethsemani.
„Bitte bleibt hier bei mir und betet für mich.“ - hat er zu uns gesagt. Die anderen beiden waren schon fast eingeschlafen. Wer kann es ihnen übelnehmen. Immerhin sind wir ja jetzt schon sehr lange auf den Beinen. Ich wollte für ihn da sein, aber auch ich konnte meine Augen nicht offen halten.

Wer ist das? Eine Schar von Soldaten mit Fackeln kommt zu uns. Was wollen die von uns? Sie nehmen Jesus mit. Was hat er getan? Ich muss etwas tun. Ich muss die anderen informieren. Ich werde mich unter die Leute mischen und abwarten, was passiert. Hoffentlich kommt er bald wieder zu uns. Was hat Judas da bloß getan? Wieso verrät er Jesus? So etwas hätte ich nie von ihm gedacht.

Warum schauen mich die Leute hier so an? Als ob sie wüssten, dass ich zu Jesus gehöre. Wenn sie das herausfinden, nehmen sie mich vielleicht auch noch fest. Die sollen mich in Ruhe lassen. „Nein, ich kenne Jesus nicht. Ich gehöre nicht zu diesem Mann. Ich schwöre, ich kenne ihn nicht.“

Der Hahn kräht. Hat er das nicht vorausgesagt? Was bin ich nur für ein Freund?

Judas (Cordula Schonert)

Jetzt oder nie!

Was soll das? Spannung liegt in der Luft! Merkt hier niemand, was uns bevorsteht? Es ist Pessach – die Stadt voller Menschen, der Tempel brummt, die Stimmung ist quirlig.

Die Römer haben die ganze Zeit schon ein Auge auf uns – sie werfen scheele Blicke, als erwarteten sie, dass etwas geschieht, dass einer die Faust erhebt, dass der Volksaufstand losbricht. Die Spannung ist unerträglich. Selbst die Römer scheinen es zu merken! – Und Jesus? Sitzt seelenruhig da und isst!

Wer, wenn nicht Jesus, könnte jetzt aufstehen? Wo ihm doch so viele folgen! Er, dem die Leute mit Zweigen winken! Er könnte alle mitreißen, könnte die Freiheit erkämpfen. Der Moment ist so günstig! Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht Jesus?

Aber was tut er? Sitzt predigt ausführlich. Erzählt vom Morgen! Also ob es ein Morgen gäbe, wenn er nicht endlich eingreift! – Wie lange laufen wir schon durch die Lande! Was hat er nicht alles versprochen: das Reich Gottes auf Erden! Für uns alle! Eine neue Ordnung der Freiheit!

Wann tut er es endlich? Gott steigt doch nicht vom Himmel, das muss Jesus schon selbst tun. Schließlich ist ER doch der Gesalbte, der Messias, der Sohn Gottes! Oder etwa nicht?
ER muss aufstehen, das Schwert ergreifen, endlich kämpfen und uns von den Römer, von Schmach und Spott, von der Besatzung befreien!

Aber nein: Jetzt kniet er sich auch noch hin - wie ein Sklave! Nimmt ein Handtuch – ich schäme mich für ihn! Was für ein Feigling! Er wäscht uns die Füße! Ich will aufspringen und davonlaufen! Es ist nicht auszuhal­ten! Dabei liegt die Freiheit nur einen Messerstich, einen Schwerthieb, einen Steinwurf entfernt! Nur raus hier! Ich muss die Entscheidung herbeizwingen! Wenn er erst einmal vor den Soldaten steht, wird er wissen, was zu tun ist!

Jetzt oder nie!

Sprachlose Angst“ (Elisabeth Funk)

Ja, ich war auch dabei
damals – in jener Nacht
und      ich hatte Angst,
unbeschreibliche Angst.

Was ist aus all dem geworden?
Aus SEINEN Verheißungen, unseren Hoffnungen?
„Das Reich Gottes auf Erden?“
„Frieden unter den Menschen?“

Es war das Ende in jener Nacht.
Und ich hatte Angst,
ohnmächtige Angst.

Und heute?
Diese Welt?
Diese Pandemien?
Die Klimakatastrophen und Hungersnöte?
Die sinnlosenKriege?
Menschen auf der Flucht?

Und eine Kirche,
die so oft um sich selbst kreist,
und deren Sprache viele nicht mehr verstehen?

Ich habe Angst – heute

Wo bist DU GOTT

Fürbitten (Regina Haas)

Im Fürbittgebet schaffen wir in unserem Herzen Raum für Gottes Wirken. Denn an ihm möchten wir unser Leben und das Leben einer weithin unversöhnten Welt hängen. So beten wir:

  • Herr Jesus Christus, gib uns den Mut in deiner Nachfolge Verrat, Gewalt und Ungerechtigkeit zu benennen aber auch zu erdulden, wenn es nötig ist. Doch wo es in der Welt möglich ist, schenke uns Frieden.
  • Herr Jesus Christus, Du hast uns ein Beispiel gegeben. Lass uns in Demut die Hilfe annehmen, die wir benötigen und mach uns immer wieder darauf aufmerksam, dass wir denen dienen, die Du uns anvertraust.
  • Herr Jesus Christus, oft haben wir unsere eigene Vorstel­lung wie unser Leben verlaufen und Erlösung aussehen sollte. Bewahre uns vor der Versuchung, Gottes Allmacht herauszufordern.
  • Herr Jesus Christus, manchmal können wir nicht verste­hen, was um uns herum passiert und erkennen nicht, was Gott von uns will. Hilf uns, Gottes Stimme zu hören und seinem Willen zu folgen.

Denn du bist ein rettender Gott, der aus aller Unmenschlichkeit befreien will und unser Leben zum Ziel führt. Dafür loben und preisen wir dich, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.