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November

2020

Allerseelen 2020

Confessiones IV 7:

„O Irrwahn, der Menschen nicht menschlich zu lieben versteht! O törichter Mensch, der Menschliches maßlos leidet! So war ich damals. Ich war in Aufruhr, ich seufzte und weinte und war verstört, und alle Ruhe war dahin und aller Verstand. Ich trug meine Seele zerschlagen und blutend herum, und hielt es nicht aus, dass ich sie noch trug, und ich fand doch keine Stätte, sie niederzulegen. Nirgend kam sie zur Ruh
                                         nicht im lauschigen Hain,
                                         nicht bei Spiel und Gesang;
                                         weder im salbenduftenden Bad,
                                         noch beim wohlbereiteten Mahl –,
                                         noch im Lager und Bett mit ihrer Lust;
                                         auch nicht über Buch und Gedicht.
Alles war mir zum Überdruss, selbst das Licht, und alles, was nicht war, was er gewesen, war mir anstößig und verleidet, erwünscht nur Seufzer und Tränen; denn darin allein fand meine Seele einigermaßen Ruhe; aber sowie sie davon abgezogen wurde, lastete auf mir mein Elend mit seiner ganzen Wucht.“

Als sein bester Freund nach kurzer Krankheit stirbt, versinkt Augustinus in einem Meer von Trauer bis hin zum Selbstmitleid. Nichts ist mehr wie früher. Alles scheint den Sinn verloren zu haben. Schönheit und Musik, ja sogar gutes Essen – nichts kann ihm mehr Freude machen.

Vielleicht haben Sie auch schon einmal so getrauert. Man verliert die Lust zu leben. Vielleicht gibt es sogar tief drinnen den Gedanken: „Wie konntest du, der gegangen ist, mir das nur antun?!“ – All das kann Teil der Trauer sein. All das muss man vielleicht so zulassen, damit die Trauer durchlebt wird – und irgendwann dem Trost den Raum überlässt.

Ich begrüße Sie alle herzlich zu diesem Trauergottesdienst am Allerseelentag. Wir gedenken der Menschen, die uns schon genommen wurden. Vielleicht sind wir mit dem ein oder anderen Sterben noch lange nicht im Frieden. Vielleicht gönnen wir anderen aber auch den Tod, weil wir wissen, sie sind erlöst und nun gut geborgen in Gottes Nähe.

Wir feiern heute Abend die Eucharistie: den Dank an Gott, weil er uns mit all diesen Menschen in Verbindung gebracht hat, weil er uns durch sie reich beschenkt hat, weil wir nichts zurückgeben können, was wir ihnen verdanken, außer wenn wir ihrer vor Gott am Altar gedenken.

Heute Abend nähren wir nicht das Selbstmitleid, sondern vor allem das Vertrauen, dass wir nie aus Gottes Güte herausfallen können, ja dass selbst der Tod uns das Entscheidende schenken muss: das ewige Leben bei Gott.

Ich danke Madlen Kanzler für die musikalische Gestaltung. Deine Musik soll unsere Gedenken vertiefen und uns zum Trost erklin­gen. Danke auch Nic Elß für die Vorbereitung und Auswahl der Augustinus-Texte, die (fast) alle den Confessio­nes entnom­men sind.

Bitten wir den HERRN, dass er uns weit mache, Schuld und Sünde von uns nehme und unsere Trauer wandle mit dem Trost, den ER allein geben kann.

Confessiones IV 9:

„Selig, wer dich liebt und den Freund in Dir und den Feind um Deinetwillen. Denn der allein verliert keinen Teuren, dem alle teuer sind in dem, den man nicht verliert. Und das ist allein unser Gott, [...], der Himmel und Erde geschaffen hat und alles Erschaffene erfüllt.“

Confessiones I 13:

„Groß bist du, Herr, und hoch zu preisen“, und "groß ist deine Macht und deine Weisheit unermesslich". Und preisen will Dich der Mensch, ein kümmerlicher Abriss deine Schöpfung, ja der Mensch, der herumschleppt sein Sterbewesen, herumschleppt das Zeugnis seiner Sünde und das Zeugnis, dass Du „den Hochfährigen widerstehst“.

Und dennoch preisen will Dich der Mensch, ein kümmerlicher Abriss Deiner Schöpfung.

Du selber reizest an, dass Dich zu preisen Freude ist; denn geschaffen hast du uns zu Dir, und ruhelos ist unser Herz, bis es seine Ruhe hat in Dir… Denn wer ihn sucht, wird ihn finden, und wer ihn findet, wird ihn preisen. Ich will Dich suchen, mein Herr, mit meinem Rufen, und ich will dich rufen, indem ich an Dich glaube, denn verkündigt worden bist du uns. Herr, es ruft Dich mein Glaube, der Glaube, den Du mir gegeben hast, den Du mir eingegeben hast durch das Mensch­sein deines Sohnes, durch das Amt Deines Predigers.

Präfation | Verstorbene I:
Die Hoffnung der Gläubigen

In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus.

In ihm erstrahlt uns die Hoffnung, dass wir zur Seligkeit auferstehn.

Bedrückt uns auch das Los des sicheren Todes,
so tröstet uns doch die Verheißung der künftigen Unsterblichkeit.

Denn deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben gewandelt, nicht genommen.

Und wenn die Herberge der irdischen Pilgerschaft zerfällt,
ist uns im Himmel eine ewige Wohnung bereitet.

Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:

Confessiones XIII 35 und X 28:

Herr Gott, gib uns den Frieden, den Frieden der Ruhe ohne Ende; wo wir ganz dir anhangen werden, mit unserem ganzen Sein. Dann wird uns kein Schmerz mehr quälen und keine Plage bedrücken. Dann wird unser Leben, ganz von dir beseligt, das wahre Leben sein.

Soliloquien I:

Gott, von dir weggehen heißt sterben, zu dir zurückkehren heißt auferstehen, in dir sein heißt leben.

Confessiones XII 12:

„In all ihrer Nichtigkeit bekennt meine Zunge „Deiner Hoheit“, dass Du es bist, der Himmel und Erde gemacht hat. Diesen Himmel, den ich sehe, und die Erde, die ich trete, und von wannen auch dieser Erdenstaub genommen ist, den ich trage: Du hast sie gemacht.

Aber wo ist „der Himmel des Himmels“, Herr, von dem uns Kunde wird im Psalm: "Der Himmel des Himmels  ist dem Herrn, aber die Erde gab er den Menschenkindern“? Wo ist der Himmel, den wir nicht sehen, und dem verglichen all das, was wir sehen, Erde ist?

Denn dieses körperhafte Allganze, das ja nicht in jeglichem Einzelnen all-ganz ist, hat zwar noch in seinen äußeren Bereichen die Schöne empfangen, der unsere Erde hier der tragende Boden ist, aber im Vergleich mit jenem „Himmel des Himmels“ ist selbst auch unser irdischer Himmel nur Erde, und diese Beiden großen Weltkörper bilden zusammen das, was nicht unpassend schlechthin die Erde heißt, nämlich gegenüber jenem unfassbaren „Himmel des Himmels“ der dem Herrn gehört“ und nicht „den Menschenkindern“.

Confessiones XI 29:

Ich vergesse, was vergangen ist, und strecke mich aus nach dem, was ewig bleibt. Gesammelt und achtsam will ich der Freude dei­nes Hauses entgegeneilen, wo ich deinem Lobgesang lausche.

RIP

Jeremias

25

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October

2020

Moonlightmass mit Jazz - Falk Zenker (Gitarre)

„Nun kann ich ruhig sein vor dir“ – Herzlich willkommen in der Ruhe des Abend hier in Regler. Wir sind eingeladen, vor dem HERRN zur Ruhe zu kommen, unser Leben zu betrachten und Kraft zu schöpfen für den Weg durch die Woche, die vor uns liegt.

Fabian:

Ich möchte ganz herzlich den Musiker Falk Zenker begrüßen. Ich durfte Ihrer Musik bei einem Konzert im Garten der Dorfkirche Isseroda lauschen. Es war ein besonderer spätsommerlicher Abend. Und während die Schwalben ihren Tanz in der Sonne vollführten, haben mich die Melodien ebenso sanft bewegt und lebendig getragen. Und ich bin ganz in die Atmosphäre eingetaucht.

So wünsche ich mir auch für den heutigen Abend: Möge Ihre Musik uns ganz in diesen Gottesdienst mit hineinnehmen und unserem Sein, unseren Gedanken und Gefühlen Raum geben, so dass wir ganz bei uns, miteinander und bei Gott ankommen können.

Wie geht „richtiges Leben“? Was ist da zu tun? Welche Haltung braucht es? Was braucht es stehend vor Gott dafür? – Diese Grundfrage wird heute im Evangelium Jesus gestellt (Mt 18, 15-20). Er wird eine einfache Antwort geben – die es dennoch in sich hat, wie wir sehen werden.

In der katholischen Kirche ist heute der Tag der Welt­mission. Wir wollen uns solidarisch mit allen Menschen dieser Erde zeigen, besonders mit denen, die unsere materielle Unterstützung brauchen. Daher wird heute die Kollekte für Projekte des Hilfswerkes Missio sein.

Impuls I: „Du sollst deinen Nächsten lieben“

Vielleicht kennen Sie das auch:
Wenn ich auf den Straßen unterwegs bin, von A nach B,
wenn ich in der Stadt meine Geschäfte erledige
wenn ich beim Einkaufen im Supermarkt bin,
wenn ich bei der Arbeit meinen Aufgaben erledige,
manchmal frage ich mich später,
wem bin ich überhaupt begegnet?

Ich erkenne dann:
wie schnell passiert es mir, dass ich gar nicht wirklich gesehen habe, wer da war?
Vielleicht ist das sogar ein Stück gesunde Abgrenzung.
Dennoch, wenn ich in einer Gruppe meinem Hobby nachgehe
oder ebenso wenn ich mich mit Freunden oder Familie treffe.
Wie ist es da?

Das ist der erste von drei Impulsen, mit denen ich zum Nachdenken über den Nächsten anregen möchte: Sehe ich hin?

Der zweite Punkt ist: Wen sehe ich?

Dafür möchte ich Sie zu einem kleinen Experiment einladen:
Schauen Sie sich vielleicht einmal hier um. Wen sehen Sie?
Es wäre nicht unwahrscheinlich, dass Sie auch zu allererst sich selbst sehen,
Ihre Gedanken und Gefühlen im Spiegel des Anderen, der Anderen.

Das bringt mich zum dritten Punkt: Was sehe ich?

Wenn Sie mögen, schauen Sie jetzt genauer hin!
Was sehen Sie dort?
Vielleicht ein bestimmtes Kleidungsstück?
Vielleicht eine Geste oder eine Bewegung?
Und was taucht dann in Ihnen auf?

Was hat für mich dieses Experiment mit Nächstenliebe zu tun?

Mit dieser Verortung von DU und ICH kann ich meinen Nächsten, meine Nächste vielleicht überhaupt erst richtig als solchen wahrnehmen.
Es bewahrt mich davor, dass mein Helfenwollen eine Demütigung wird.
Es bewahrt mich davor, den anderen nur als Abbild wahrzunehmen. Als Abbild meiner eigenen Vorstellungen, meiner eigenen abgelehnten oder begrüßten Persönlichkeitsteile.

Aus diesem Anschauen, wer du bist, wer ich bin und das Aufrechterhalten des aufeinander Bezogenseins, mit dem jetzt Möglichen und ebenso dem Unmöglichen,
entsteht aus meiner Sicht
von selbst das NOT-Wendige
miteinander Sein,
mit-Fühlen und

Handeln in Nächstenliebe.

Impuls II: „... wie dich selbst“ – Liebe zu mir selbst

Mir ist dieser Halbsatz: „lieben wie dich selbst“ einmal persönlich sehr wichtig geworden.

Als ich in einer schwierigen Lebenssituation war, habe ich ge­dacht: Naja, ich bin Christ, ich muss jetzt erdulden und aushar­ren, nur noch ganz für andere dasein, das ist Gottes Wille. Mir hat dann jemand  in einer Beratung gesagt: Es steht auch in der Bibel: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Und er hat mich gefragt: „Was bedeutet denn Selbstliebe für Sie?“

Ich habe darauf erst keine richtige Antwort gewusst. Nach viel Nachdenken ist mir dann etwas deutlich geworden: Immer durchhalten und mich ständig zusammenreißen; zulassen, wie ich selber immer wieder verletzt werde – das passt mit Selbst­liebe irgendwie nicht zusammen. Wenn ich mich vollständig aufopfere und zulasse, dass ich immer kleiner werde, dann bin ich mir selber ein Feind. Dann fehlt mir die Achtung vor mir selber, die Liebe zu mir.

Mir ist auch deutlich geworden, dass das mit Gott dann nicht mehr zusammenpasst. Er hat mich ja geschaffen und möchte, dass ich lebe. Dass ich wieder atmen kann und einen Raum für mich und meine Seele finde.

Die Antwort auf die Frage, „Was bedeutet Selbstliebe für dich, kann ein Hinweis sein, ob ich in meinem Leben in eine gute Richtung, in Gottes Richtung, gehe. Und es kann die Erlaubnis werden, den Weg zu korrigieren.

Impuls III: „Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben“

Ach, wie sollte das gehen: Den HERRN und Gott mit allen Fasern des Seins zu lieben? Wie könnte das denn gelingen, wo viele in unserem Land – manchmal auch ich selber – alles andere als sicher sind, ob dieses Gegenüber – GOTT – überhaupt existiert...

Das Hebräische geht tiefer als das Deutsche „Du sollst!“. Als könnte man Liebe befeh­len! Man müsste vielleicht übersetzen: „Du wirst den HERRN, deinen Gott lieben.“ Im Gebot steckt nicht nur der Auftrag, sondern auch die Verhei­ßung: Wer die Liebe Gottes an sich wahrnimmt, dem ist versprochen, dass er selbst ergriffen und seinerseits mit Liebe antworten wird: „Gott und auch deinen Nächsten wirst du dann lieben wie dich selbst!“

Es wäre fatal, nun unsererseits quasi "phari­sä­isch" zu überlegen: Liebe ich wirklich mit ganzem Her­zen und ganzer Seele und ganzer Kraft? Wäre da nicht noch viel zu tun? Gibt's nicht Berei­che meines Wesens, die noch kaum lie­ben? Bitte: keinen "pharisä­i­schen" Maßstab nehmen!

Lie­ben heißt, so zu leben, dass man voreinander die Angst ver­liert.“ Maßstab ist Je­sus selbst. Im Vertrauen geht er seinen Weg. Selbst noch in Geth­se­mani kann er Ja sagen zum Willen des Vaters. Das lässt ihn die Verantwortung tragen, die ihm das Kreuz beschert. – Aber dieses unbedingte Vertrauen führt durch den Tod hindurch zur Auferstehung.

Conclusio

Das Maß gibt Jesus. Was ist nun das wichtigste Gebot? Die Gottesliebe? Oder doch die Nächstenliebe? Oder beginnt alles mit der Selbstliebe?

Unteilbar ist die Liebe“, hat Augustinus gesagt. Es gibt nur die eine Liebe. Wenn sie Raum bekommt, durchdringt sie all unser Denken, Handeln und Sinnen. – Ganz biblisch, unser Augustinus!

Dennoch gibt Augustinus in der Alltagspraxis der Nächsten­liebe den Vor­rang, weil man an ihr ablesen könne, wie es um die Gottes­liebe wirklich bestellt und wie sehr die Sehnsucht nach Gott wirklich in einem lebendig sei.

Ich liebe Gott, wenn ich vor ihm keine Angst habe und ich der Sehnsucht nach IHM Raum gebe; wenn diese Sehnsucht mein Nachden­ken, aber auch Herz und Hand füllen (dürfen). Das kann man nicht „machen“. Es wird geschenkt. Gratis! Angst erstickt die Sehnsucht. Der Zweifel, ob Gott existiere, tötet die Sehn­sucht. Das Misstrauen, dass Gott mir etwas oder gar die Freiheit nehmen könn­te, erstickt die Liebe zu IHM. Davor möchte ich mich hüten und daran festhalten: Gott will meine Freiheit!

Gott will deine Freiheit – und die Freiheit aller Menschen. Das ist mir lieb und teuer. Es ist wahr, dass ich nicht alle Menschen mag. Aber Gott liebt sie offenbar. Dem will ich nicht im Wege stehen. Sein Maßstab zählt, nicht der meine. Deswegen will ich den Nächsten lieben – und auch mich selbst. Das soll mehr sein, als meine wankelmütigen Emotionen. Das soll sich an Gott festma­chen, der mich unendlich liebt und der meine Sehnsucht ist.

Jeremias

28

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September

2020

Veränderung im Erfurter Konvent: Br. Damian Link OSA versetzt

Ab 1.10. ist Bruder Damian inden Konvent St. Augustin nach Würzburg versetzt. Er soll seine ordensinterne Ausbildung dort im Kreis jüngerer Brüder fortsetzen. Wir sind traurig, dass wir Damian schon nach einem Jahr in Erfurt wieder verlieren. Vorerst bleiben Pius und Jeremias als Stammbesetzung im Konvent St. Martin von Tours zu Erfurt.

Update: Br. Damian Link hat Erfurt verlassen – und den Orden (veröffentlicht im Gemeindebrief von Regler)

Im August hatte die Provinzleitung über den Antrag von Br. Damian zu befinden, die Gelübde um ein weiteres Jahr zu erneuern. Damals gab es in diesem Gremium Zweifel, ob sich seine Berufung wirklich in unserem Orden entfalten könne. Es folgte eine weitere Runde zahlreicher Einzelgespräche, die Br. Damian helfen sollten, eine gute Entscheidung zu treffen. Schließlich gewährte die Provinzleitung die Verlängerung um 1 Jahr, wie in unserer Provinz üblich, und versetzte Br. Damian gleichzeitig nach Würzburg.

Allen Mitbrüdern dort wurde schon nach wenigen Wochen klar, dass auch so kein gedeihliches Miteinander möglich sein würde. Anfang November teilte Br. Damian dem Provinzial schriftlich mit, dass er sich nicht mehr in der Lage sehe, weiterhin als Augustiner zu leben. Er habe nun erkannt, dass er eher ein »Einzelgängertyp« sei und das »Gemeinschaftsleben in seiner gelebten Form« nicht seinem Lebensentwurf entspreche. Br. Damian bat deshalb um Dispens von den zeitlichen Gelübden, die ihm gemäß c. 688 CIC vom P. Generalprior mit Reskript vom 13. November 2020 gewährt wurde, womit seine Mitgliedschaft in unserem Orden beendet ist. Wir wünschen Pierre-Carl Link für seinen weiteren Lebensweg Gottes Segen.  

Die Zeit der einfachen Profess ist in der Tat dafür da, die eigene Berufung zu prüfen – und von den Mitbrüdern prüfen zu lassen. Erst nach 5-7 Jahren und den positiven Voten der Mitbrüder ist es möglich, dass sich jemand mit den Gelübden der ehelosen Keuschheit, der Armut und des Gehorsams auf Lebenszeit an den Orden bindet.  

Jeremias

19

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September

2020

Lobpreisgottesdienst in Regler mit Judith Stotz und Didier Felix

Jeremias

10

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September

2020

Nikolaus von Tolentino 2020

Gottesdienst am Fest des Augustinerheiligen Nikolaus von Tolentino OSA

1256 wurde aus verschiedenen Eremitenverbänden in der „Gro­ßen Union“ der Augustinerorden gegründet. Bei diesem Zusam­menschluss vordem asketisch lebender Einsiedler zu einem seel­sorglich aktiven Ordens kam auch der Heilige des heutigen Tages in den Augustinerorden. Nikolaus von Tolentino ist der erste Au­gustiner, der heiliggesprochen wurde, und zwar im Jahr 1326 (in Avignon).  

Vom 16.-18. Jahrhundert war er sogar einer der populärsten Hei­ligen ganz Europas. Die bayerischen Wittelsbacher etwa verehrten ihn als be­son­de­ren Schutzpatron ihrer Familie. In der Barockzeit wurde er als Pa­tron der Sterbenden und der Armen Seelen ver­ehrt.

Nikolaus  wurde 1245 geboren. Seine Eltern hatten ihn am Grab des hl. Nikolaus von Myra in Bari erbeten und ihn deshalb so ge­nannt. Ganz jung wurde er schon Mönch und Einsiedler.

Als dann aber der Augustinerorden mit der Seelsorge in den Städten beauftragt wurde, da war der junge Nikolaus Feuer und Flamme. 30 Jahre lang lebt er in der italienischen Stadt Tolentino in den Marchen und verkündet den „Guten Jesus“ in der Begeg­nung mit den Armen und Kranken und gerade auch mit Men­schen, die sich von der Kirche entfernt hatten.

Das 13./14. Jahrhundert war ja vielleicht eines der schlimmsten, die Europa je erlebt hat: Pest-Epedemien, Geißler, die Gott be­sänftigen wollen, indem sie sich selber verwunden, die große Kir­chenspaltung wird am Ende des 14. Jahrhunderts dem Ganzen dann noch die Krone aufsetzen. In dieser unruhigen und schlim­men Zeit gehört Nikolaus zu der sog. „Gute-Jesus-Bewegung“. Christus wird nicht als Rächer und Strafer verkündet. Wer das tut, der wird selber eng. Christus ist der Gute, der auch uns gut will. Das macht weit, denn in seiner Nachfolge suchen auch wir nicht nur immer nach den Schuldigen, sondern werden das Gute gegen die Not der Welt setzen.

Nikolaus findet Achtung und Ansehen in Tolentino. Sein Ruf ver­breitet sich über die Stadtgrenzen hinaus. Man bringt ihn mit un­zähligen Wundern in Verbindung. 1305 stirbt er in Tolentino wo sein Grab bis heute hoch verehrt wird.

Bitten wir den HERRN um sein Erbarmen, damit seine Liebe auch in uns so uns stark und lebendig werde, wie im Leben unseres hl. Mitbruders Nikolaus.  

Segensgebet über die Brötchen

Die Segnung von Brötchen am Festtag des hl. Nikolaus geht auf eine Begebenheit im Leben des Heiligen zurück. In schwerer Krankheit war ihm die Jungfrau Maria erschienen die ihn dazu aufforderte, um Brot zu bitten, es in Wasser zu tauchen und zu essen. Nikolaus tat wie ihm geheißen und wurde gesund. Seit diesem Tag versorgte er alle Bedürftigen mit dem gesegneten Brot und vertraute sie dem Schutz der Jungfrau Maria an.


Allmächtiger und barmherziger Gott, vertrauensvoll wenden wir uns im Gebet an dich mit der Fürsprache des heiligen Nikolaus, deines seligen Dieners und unseres besonderen Fürsprechers.

Komme uns eilends mit deiner Liebe zu Hilfe, stärke uns in Prüfungen und heile allen Schmerz.

Heiliger Nikolaus, während deines Lebens hast du dich um die Kranken gekümmert und sie geheilt. Du hast die Trauernden getröstet, den Notleidenden geholfen und allen den Beistand Gottes erfahrbar gemacht. Stelle auch uns vor den himmlischen Vater, den allgütigen, dessen Vorsehung uns leitet. Er mache uns heil an Leib und Seele und stärke uns zu allem Guten.

Segne, gütiger Gott, diese Brötchen, die wir zu Ehren des heiligen Nikolaus essen. Lasse sie uns Zeichen dei­ner Liebe und Gegen­wart mitten unter uns Menschen sein. Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

Jeremias