Zwei Häuser eines Herrn - Vernissage in Regler

28.6.2021

Vernissage der Fotoausstellung von Monika und L'ubo Stacho

Begrüßung durch Br. Jeremias OSA

Sehr geehrte Damen und Herren,

seien Sie herzlich willkommen hier in der Ev. Reglerkirche zur Vernissage der Fotoausstellung „Zwei Häuser eines Herrn“ von Monika und L'ubo Stacho.

Ich grüße Sie auch namens meiner Mitbrüder im Augustiner­orden, des Kath. Forums im Land Thüringen, vertreten durch seinen Leiter Niklas Wagner, und des Bistums Erfurt. Niklas Wagner hat für uns den Kontakt hergestellt, dass wir heute die Ausstellung hier in Regler eröffnen können.

Besonders möchte ich begrüßen S.E. Marián Jakubócy, den Botschafter der Slowakischen Republik in Deutschland;

Herrn Dipl. Ing. Ivo Hanuš, Botschaftsrat und Direktor des Slowakischen Instituts in Berlin;

Herrn Dr. Albrecht Tintelnot, Honorarkonsul der Slowakischen Republik für Thüringen und Sachsen mit seiner Assistentin Frau Stefanie Bose

und

Frau Tanja Krombach, stellv. Direktorin des Deutschen Kulturforum östliches Europa, der ich schon an dieser Stelle ebenso wie Frau Bose sehr herzlich danke für die wunderbare Zusammenarbeit.

Ihnen allen ein herzliches Willkommen!

Es war ja lange nicht abzusehen, ob zum Zeitpunkt der Ausstel­lungs­eröffnung Reisen selbst innerhalb Europas möglich sein würden. Umso mehr freue ich mich, dass das Künstlerpaar Monika und L'ubo Stacho persönlich anwesend ist. Sie haben bereits am Samstag die Fotoausstellung hier in der Reglerkirche arrangiert und werden nachher auch ein paar Worte an uns richten. Seien Sie ganz herzlich willkommen!

Sabine Lindner hat uns zu Beginn mit Worten Hildegard von Bingens von Maria, der Gottesmutter, als der „Grünkraft Gottes“ gesungen. Unsere Sonne strahlt vor allem Licht des grünen Licht­spektrums, weshalb die meisten Pflanzen unserer Erde auch grün sind. So können sie am besten Photosynthese betreiben. Maria ist sozusagen die Grünkraft, die uns Gottes Energie zugänglich macht, indem sie der Welt Jesus Christus geboren hat.

Es braucht die Grünkraft unseres Gottes, damit Versöhnung möglich wird – gerade auch in Europa, das in seiner Geschichte immer wieder zerrissen wurde, am schlimmsten sicher durch die NS-Tyrannei und der Shoa; auch von den Wunden dieser Zeit erzählt die Fotoausstellung.

Der Kath. Bischof des Bistums Erfurt, Dr. Ulrich Neymeyr, richtet ein Grußwort an uns, das ich an dieser Stelle verlesen darf:

Der Titel der Ausstellung „Zwei Häuser eines Herrn“ spricht mich sehr an. Er verdeutlicht den engen Zusammenhang, der zwischen dem Judentum und dem Christentum besteht: Jesus war Jude, ebenso seine Mutter Maria und seine Apostel. Dass Juden und Christen als Geschwister im Glauben bezeichnet werden, hat also seine tiefe Berechtigung.

Diese enge Verwandtschaft allerdings ist viele Jahrhunderte lang von Seite der Christen missachtet und verletzt worden. Christen haben Juden diskriminiert, gesellschaftlich ausgegrenzt, verfolgt und getötet. Die Gegensätze zwischen den ansehnlichen Kirchen und den verfallenen Synagogen, die „Zwei Häuser eines Herrn“ ins Bild rückt, erinnern auch daran. Dieses düstere Kapitel der Kirchengeschichte ist für mich eine bleibende Mahnung, wohin Antisemitismus und Antijudaismus führen können. Deshalb halte ich als Christ es für meine Pflicht, einzuschreiten, wenn anti­semitische oder antijüdische Positionen vertreten werden – ganz gleich, ob solche Stimmen von Christen oder von Nichtchristen kommen.

Heute erlebe ich das Miteinander vonJuden und Christen in Thüringen als sehr positiv – Gott sei Dank. Das Thüringer Themenjahr „Neun Jahrhunderte Jüdisches Leben in Thüringen“, das auf einer gemeinsamen Initiative der Jüdischen Landes­gemeinde Thüringen und der christlichen Kirchen in Thüringen fußt, ist ein Beispiel dafür. Gleiches gilt für die vielen Initiativen, die Juden und Christen in Thüringen gemeinsam durchführen, etwa im Bereich des Interreligiösen Dialogs oder im Bereich der Erwachsenenbildung. Es tut uns gut, ein positives Verhältnis zu unseren Geschwistern zu haben. Tragen wir unseren Teil dazu bei, dass dieses positive Verhältnis weiterhin Bestand hat. Dann können Juden und Christen in Thüringen und weltweit von dem einen Herrn Zeugnis ablegen, den wir in unseren zwei Häusern verehren.

Gez. Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof von Erfurt

Weitere Statements und Grußworte finden sich in der Broschüre zur Ausstellung, die in der Kirche ausliegt.

Das Künstlerpaar Monika und L'ubo Stacho mit Stefanie Bose (Mitte) bei der Vernissage in der Reglerkirche.